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Textquelle ist Wikipedia
Was ist Windows 95
Windows 95 (interner Codename in der Entwicklungsphase: Chicago) ist ein 1995 von Microsoft publiziertes Betriebssystem, das weiterhin auf MS-DOS beruhte, aber eine verbesserte Benutzeroberfläche aufwies, die zum größeren Teil 32-Bit-Technik verwendete.
 

Versionen

Vom Betriebssystem „Windows 95“ wurden vier Versionen entwickelt, von denen sich die letzte noch einmal in verschiedene Versionen unterteilt. Allerdings war nur die erste Version auch in den Läden erhältlich, alle anderen waren nur als OEM-Versionen vorinstalliert und mit neu gekauften Rechnern erhältlich.

  • 4.00.950: Windows 95 (Ur-Version) (FAT16)
  • 4.00.950a: Windows 95a (OEM-Servicerelease 1) (FAT16)
  • 4.00.1111: Windows 95b (OEM-Servicerelease 2) (FAT32)
  • 4.03.1212: Windows 95b (OEM-Servicerelease 2.1) (FAT32)
  • 4.03.1214: Windows 95c (OEM-Servicerelease 2.5) (FAT32)
    • Unter DOS melden sich alle OEM-SR2x-Versionen mit 4.00.1111

Außer dem Datei-Manager (ein Überbleibsel aus der Vorläufer-Serie, Windows 3.x) ist Windows 95 vollständig Jahr-2000-kompatibel. Für den veralteten Datei-Manager, der ab Windows 95 nicht mehr offiziell von Microsoft weiterentwickelt wurde, ist jedoch über windowsupdate.com ein Update verfügbar.

Systemvoraussetzungen

Für Windows 95 (Ur-Version) und Windows 95a (OEM-Servicerelease 1) gelten folgende Systemvoraussetzungen:

CPU: 386 DX
Arbeitsspeicher: 4 MB RAM
Festplattenplatz: 50 MB
Laufwerke: CD-ROM oder Diskettenlaufwerk

Sinnvoll für einen guten Betrieb sind:

CPU: 486 DX 50 MHz
Arbeitsspeicher: 16 MB RAM
Festplattenplatz: 200 MB
Laufwerke: CD-ROM


Für Windows 95b und Windows 95c (OEM-Servicerelease 2, 2.1 und 2.5) gelten folgende Systemvoraussetzungen:

CPU: 486 DX
Arbeitsspeicher: 8 MB RAM
Festplattenplatz: 100 MB
Laufwerke: CD-ROM ohne Diskettenlaufwerk

Sinnvoll für einen guten Betrieb sind:

CPU: 486 DX 100 MHz
Arbeitsspeicher: 24 MB RAM (oder mehr)
Festplattenplatz: 400 MB
Laufwerke: CD-ROM und Diskettenlaufwerk

 

Februar 1995: Windows 95 im Anflug


Im Februar 1995 wurde an eine handvoll Leute eine Testversion des bis dahin geheimen Windows 95 verteilt. Davor kannte man das neue 95 nur als Windows 4.0 oder auch unter seinem Arbeitstitel – Windows „Chicago“. Im August 1995 gab Microsoft nach weiteren zahlreichen Tests die Endversion zum Verkauf frei. Die Versionsnummer dieser Version war 4.00.950.

In der Entwicklungsphase war Windows 95 ein extrem geheimes Projekt. Jeder, der an den Testphasen teilnehmen durfte, musste einen Geheimhaltungsvertrag unterzeichnen.

Im selben Monat läutete Microsoft in der breiteren Masse, den Testern, das Ende der veralteten 16-bit-Technologie ein. Im 16-Bit Modus der x86-Linie lief unter anderem das Betriebssystem DOS, sowie die ersten Windowsversionen bis einschließlich 3.x. Zwar verfügte Windows 95 über primitives Multitasking, aber mit eingeschränktem Speicherschutz konnte eine Applikation das ganze System blockieren. Microsoft begann die größte Produkteinführung der Konzerngeschichte zu planen.
 

Technische Neuerungen


Windows 95 war nach Windows NT 3.1 (das erste NT mit Windows 3.x GUI) das erste Microsoft-Betriebssystem, das zum größeren Teil auf der auch heute noch benutzten 32-Bit-Architektur basierte und diese der breiten Masse eröffnete, nachdem sich IBM mit OS/2, das diese Technik schon längere Zeit beherrschte, auf dem Markt gegen Windows nicht durchsetzen konnte. Erstaunlich dabei war, wie Microsoft es schaffte die beiden Welten DOS und 32-bit Windows in einer Art Symbiose für den Anwender zu vereinen. Man darf nicht vergessen, dass damals die Mehrheit aller Software noch unter DOS lief, was eine konsequente Windows NT-Entwicklung ausschloss. Nun war es auch unter nicht-Windows NT möglich, mehrere Programme gleichzeitig laufen zu lassen. Bisher mussten Programme unter Windows warten, bis das Vorgängerprogramm den Prozessor freigab.

Das System erlaubte durch eine Dateisystem-Erweiterung auch unter Windows die Nutzung langer Dateinamen: Dateien konnten jetzt Namen haben, die nicht mehr auf acht Zeichen begrenzt waren, sondern durften jetzt auch „Brief an Hermann wegen Inge.doc“ heißen. Dabei unterscheidet Windows zwar keine Groß- und Kleinbuchstaben, behält aber die vom Benutzer vergebene Schreibweise bei. Insgesamt dürfen Dateien jetzt bis zu 255 Zeichen im Namen haben. Bei mehr als 100 Zeichen konnte und kann es auch bei den neueren Versionen jedoch zu Problemen kommen. Microsoft wollte das neue Dateisystem kompatibel zum alten machen und so gab Windows 95 der Datei noch einen zweiten Namen. Dieser würde in obigem Beispiel „BRIEFA~1.DOC“ lauten, und könnte so auch von DOS und Windows 3.1 Nutzern benutzt werden.

Umfangreich waren auch die Neuerungen im grafischen Bereich, allen voran das Startmenü. Microsoft hat mit Windows 95 eine Benutzeroberfläche geschaffen, die ähnlich wie vorher schon bei dem zu Beginn gemeinsam mit IBM entwickelten Betriebssystem OS/2 zu bedienen war. Auch die Taskleiste am unteren Rand des Bildschirms war unter Windows neu. Klickte der Nutzer auf „Start“, so erhielt er ein Menü, in dem er die verfügbaren Programme abrufen, die zuletzt benutzten Dokumente aufrufen, Einstellungen ändern, Hilfe aufrufen sowie den Computer ausschalten konnte. Das Band neben diesem „Start“-Knopf zeigte die derzeit laufenden Programme an, und man konnte mit einem Klick zwischen diesen wechseln. Der alte Programm-Manager aus Windows 3.1 wurde ersetzt durch den sogenannten Desktop, eine Oberfläche, auf der sich mit entsprechenden Anwendungen verknüpfte Symbole befinden (der alte Programm-Manager wurde aber als Datei „Progman.exe“ im Windows Hauptverzeichnis immer noch mitgeliefert, ebenso der alte Datei-Manger als „Winfile.exe“).

Der von Windows 3.x bekannte Datei-Manager wurde durch den neuen Explorer ersetzt. Er verwaltet alle Symbole, Fenster, Taskleiste usw. Neu für Windows waren auch die Kontextmenüs. So konnte man praktisch alles mit der rechten Maustaste anklicken, um zu sehen, welche Aktionen man auf dem jeweiligen Objekt durchführen konnte, und Windows kannte da auch schon Unterschiede, zum Beispiel zwischen Text-Dateien und Word-Dokumenten. Unter Windows 3.x war die rechte Maustaste - im Gegensatz zu vielen Anwendungsprogrammen, beispielsweise WordPerfect - meist ohne Funktion.

Die Windows 95B-Version war zudem die erste Windowsversion, die FAT32 unterstützte, was in der Speicherverwaltung einen wichtigen Sprung darstellte. Somit war es möglich, Partitionen, die größer als zwei Gigabyte sind, anzusprechen und effizient zu nutzen. Das Problem bei der FAT16 war neben der Limitierung auf zwei Gigabyte pro Partition, dass bei Partitionen über einem Gigabyte bis zu 20 % des Speicherplatzes der unwirtschaftlichen Verwaltung zum Opfer fielen.

Im August 1995 führte Microsoft mit der größten Werbekampagne aller Zeiten das Produkt ein. Hierbei wurde bei TV-Spots die Einführung des „Start“-Knopfes mit dem Lied „Start me Up“ von den Rolling Stones untermalt. Windows 95 übertrifft noch heute die Verkaufszahlen aller nachfolgenden Versionen einschließlich Windows XP.

 

Aus den Neuerungen resultierende Probleme


Windows 95 brachte nicht nur Neuerungen sondern auch Probleme mit sich. Das begann mit Kompatibilitätsproblemen zu Windows 3.11 und DOS und endete bei Stabilitätsproblemen und zufällig auftretenden Fehlermeldungen. In Sachen Stabilität reicht Windows 95 bei Weitem nicht an die von Windows 3.11 oder an die von Windows-Betriebssystemen, die auf NT (New technology, Windows NT/2000/XP) basieren, heran.

Durch die Unterstützung sowohl von alten (16 Bit) als auch von neuen (32 bit) Programmen wurde der Kernel signifikant komplizierter als bei der Vorgängerversion 3.1x, was in deutlich geringerer Ausführungsgeschwindigkeit - insbesondere beim Bildschirmaufbau - resultierte. Die Entwickler gaben später an, sie hätten zwar lange an einer Optimierung gearbeitet, jedoch wurde Windows 95 ausgeliefert, ohne die Geschwindigkeit des Vorgängers erreicht zu haben.

Weiter kam es genau so wie bei Windows 3.1x zu Kompatibilitätsproblemen mit Software von anderen Herstellern: War es bei Win 3.1x die Kompatibilität zu DR-DOS, so war es hier die Kompatibilität zu alternativen Office-Systemen. Es kann nämlich bei älteren Versionen zu regelmäßigen Fehlermeldungen kommen, wenn man ein alternatives Office-Programm ausführt. Diese Fehler wurden in den folgenden Versionen behoben.

Bei der C-Version gibt es auch einige Probleme mit der USB-Unterstützung, die sich als nicht fehlerfrei erwies. Auch einige Grafikkarten-Treiber verweigerten unter Version C ihren Dienst, liefen jedoch mit der älteren Version B anstandslos.

 

Windows 96


Unter dem Codenamen Nashville wurde ein Produkt entwickelt, dessen Betaversionen sich als Update von Windows 95 installieren ließen und sich dort als Windows 96 zu erkennen gaben. Die Neuerungen umfassten aber hauptsächlich eine erweiterte Hardwareunterstützung, so zum Beispiel die USB-Schnittstelle und Infrarotports, allerdings noch nicht das neue Dateisystem FAT32. Entgegen der aus dem Namen der Betaversion zu erwartenden Version Windows 96 wurde aus Nashville aber kein frei verfügbares aktualisiertes Windows, sondern die Entwicklung führte zu den OEM-Versionen 95B und 95C. Die nächste frei verfügbare Windowsversion mit den in Nashville eingeführten Neuerungen ist Windows 98.